Buchhaltung erst zum Jahresabschluss? Das ist unternehmerisches Blindfliegen!

Du führst ein Unternehmen. Aber weißt du eigentlich, wie es finanziell dasteht?

Mandy Jordan-Madlung
Mandy Jordan-Madlung · 3 Min. Lesezeit

Immer wieder melden sich Selbstständige und Unternehmer bei mir, die ihre Buchhaltung für das vergangene Jahr noch erledigen müssen. Oder überhaupt erst damit anfangen wollen. Schließlich steht der Jahresabschluss an.

Und jedes Mal frage ich mich: Wie trifft man eigentlich unternehmerische Entscheidungen, wenn man seine eigenen Zahlen gar nicht kennt?

Wer monatelang keine aktuelle Buchhaltung hat, weiß unter Umständen gar nicht genau, wie das eigene Unternehmen finanziell dasteht. Trotzdem müssen Entscheidungen getroffen werden – über Ausgaben, Investitionen und die weitere Entwicklung des Business.

Das ist für mich unternehmerisches Blindfliegen. Oder, etwas überspitzt gesagt: Zockerei.

Bauchgefühl ist gut. Zahlen sind besser.

Natürlich gehört Intuition zum Unternehmertum. Aber sie sollte nicht die einzige Grundlage für wichtige Entscheidungen sein.

Wer sich ausschließlich auf sein Bauchgefühl verlässt, ohne die eigenen Zahlen zu kennen, entscheidet ohne eine wesentliche Informationsgrundlage.

Die laufende Buchhaltung schafft genau diese Grundlage. Sie hilft dir, deine finanzielle Situation im Blick zu behalten und dein Unternehmen nicht erst dann genauer unter die Lupe zu nehmen, wenn das Geschäftsjahr bereits vorbei ist.

Wer seine Buchhaltung unterjährig nicht im Blick hat, riskiert, auch bei seinen steuerlichen Verpflichtungen im Blindflug unterwegs zu sein. Umsatzsteuervoranmeldungen auf Basis von Schätzungen ersetzen keine laufende Buchhaltung und geben keinen verlässlichen Überblick über die tatsächliche finanzielle Situation. Werden Steuerbelastungen über längere Zeit nicht realistisch eingeschätzt, können sich erhebliche Nachzahlungen ansammeln. Im schlimmsten Fall können diese die Liquidität so stark belasten, dass Zahlungsunfähigkeit und sogar die Unternehmenspleite drohen.

Denn Buchhaltung ist nicht nur für das Finanzamt da. Sie ist auch für dich da.

Buchhaltung kostet Geld. Keine Buchhaltung kann dich den Überblick kosten.

„Buchhaltung ist teuer“ – dieses Argument höre ich immer wieder.

Ja, professionelle Buchhaltung kostet Geld. Aber diese Kosten gehören zu einem Unternehmen wie andere laufende Betriebsausgaben auch. Sie lassen sich in die eigene Kostenstruktur einplanen.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur, was Buchhaltung kostet. Sondern auch, welchen Nutzen sie für dich hat.

Du gründest oder führst ein Unternehmen, um etwas aufzubauen. Dafür brauchst du nicht nur Kunden und Umsatz, sondern auch einen Überblick über deine Zahlen.

Warum also ausgerechnet bei der Grundlage für fundierte Entscheidungen sparen wollen?

Warte nicht, bis der Jahresabschluss vor der Tür steht.

Ob du selbstständig bist, freiberuflich arbeitest oder ein kleines Unternehmen führst: Deine Buchhaltung sollte nicht erst dann wichtig werden, wenn das Jahr vorbei ist.

Sie ist kein lästiges Übel, das du möglichst schnell hinter dich bringen musst. Sie ist ein fester Bestandteil einer soliden Unternehmensführung.

Mein Standpunkt ist klar: Triff unternehmerische Entscheidungen nicht nur aus dem Bauchgefühl heraus. Behalte deine Zahlen im Blick – und überlasse deinen Geschäftserfolg nicht dem Zufall.

Bei NUMERY® unterstütze ich Selbstständige, Freiberufler und kleine Unternehmen mit digitaler Buchhaltung und Lexware Office dabei, ihre Buchhaltungsprozesse strukturiert zu organisieren.

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